Politik-Marketing-Theorie

Platzierung – die Distribution im politischen Marketing

Die Platzierung beinhaltet alle Aktivitäten eines Unternehmens, ein Produkt dem Kaufinteressenten zugänglich zu machen (Kotler et al., 2011, S. 193). Bruhn (2014, S. 245) liefert folgende Definition: „Die Vertriebspolitik [Alternativbegriff für Distributionspolitik] beschäftigt sich mit sämtlichen Entscheidungen, die sich auf die direkte und/oder indirekte Versorgung der Kunden bzw. Kundinnen mit materiellen und/oder immateriellen Unternehmensleistungen beziehen.“

Die Distributionspolitik lässt sich anhand der zwei folgenden funktionellen Subsysteme differenzieren:

1.     Akquisitorischer Vertrieb: beschäftigt sich mit den Distributionswegen von HerstellerInnen zu EndabnehmerInnen in rechtlicher, wirtschaftlicher, informatorischer und beziehungsorientierter Sicht.

2.     Physischer bzw. logistischer Vertrieb: beschäftigt sich mit der Überwindung von Raum und Zeit. Das beinhaltet sämtliche Entscheidungen im Zusammenhang mit dem physischen Transport und der Lagerung von Unternehmensleistungen.

Das politische Marketing mit seiner Leistung „Interessenvertretung“ konzentriert sich auf die akquisitorische Funktion. Die politischen Leistungen sind nämlich meist von immaterieller Natur und daher weder lager- noch transportfähig. Ein besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Gestaltung der Außendienstorganisation gelegt.

Außendienst und Geschäftsstellen der politischen Parteien

Der Außendienst der politischen Parteien, zumeist bestehend aus wenigen festangestellten und umso mehr ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, ist unerlässlich für die politische Überzeugungsarbeit. Die politischen Parteien sind bemüht, Anlaufstellen für die Probleme und Wünsche der Wählerinnen und Wähler zu bieten. Hierfür ist eine breite und dauernde Präsenz erforderlich, zumeist in Form lokaler Niederlassungen. Diese breite Präsenz unterstützt überdies bei der Verteilung politischer Materialien sowie bei der Organisation und Koordination der lokalen Parteiarbeit. Ein wesentlicher Punkt ist zudem die an der Basis angelegte Unterstützung bei überregionalen Wahlkämpfen (z. B. Nationalratswahl) durch die lokalen Parteiverbände (Wangen, 1983, S. 215f.).

In der österreichischen Parteienlandschaft bietet sich mit Ausnahme einiger Kleinstparteien in Bezug auf die Partei-Untergliederung ein durchwegs einheitliches Bild. An der Spitze einer politischen Partei steht die Bundespartei. In den 9 Bundesländern findet sich jeweils eine Landesorganisation. Je nach regionaler Ausprägung existieren Bezirksorganisationen und Ortsgruppen.

Zusätzlich zu den Niederlassungen stellen die Errichtung von Wahllokalen an Wahltagen, die den Wählerinnen und Wählern den Weg zum Ort der Stimmenabgabe verkürzen, und der Transport von z. B. gehbeeinträchtigten Personen zum Wahllokal, eine distributive Nebenkomponente dar (Wangen, 1983, S. 221). Die naheliegende Vermutung, dass die zuletzt genannten Sonderformen der Distribution nicht uneigennützig passieren, bringt uns zu der Frage nach der Einordnung des politischen Marketing (siehe: Politik-Marketing: Nonprofit- oder Social-Marketing?).

Vergleich politischer und kommerzieller Distributionspolitik

Im Folgenden werden mögliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Distributionspolitik im kommerziellen und politischen Marketing betrachtet.

 

Quellen:

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